Ist nach dem 2. Bier Schluss?

Mit Kunden feiern: Ist nach dem 2. Bier Schluss?
PRO & CONTRA von Siegmar und Danijela Tittjung

Das Oktoberfest ist in vollem Gange und viele Firmen scharen ihre Mitarbeiter um sich, um gemeinsam eine Maß Bier zu genießen. „Zu wildes Feiern mit Kunden macht gute Geschäftsbeziehungen kaputt“, meint Siegmar Tittjung. „Gerade beim lockeren Miteinander können die guten Geschäftsbeziehungen doch gefestigt werden“, kontert seine Frau Danijela.

PRO – Siegmar Tittjung

Hier kann die Antwort nur ganz klar JA lauten. Auch wenn wir zu unseren Kunden gerne und wünschenswerterweise ein lockeres, manches Mal sogar freundschaftliches Verhältnis pflegen – beim Feiern sollten Grenzen gezogen werden! Klar, wir treffen unsere Kunden auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten: auf Kongressen, Messen, Tagungen. Den Abend hier mit einem oder zwei Gläsern Wein gepflegt ausklingen zu lassen, nichts dagegen einzuwenden. Im Gegenteil:  So etwas kann die Arbeitsbeziehung durchaus festigen.  Aber darüber hinaus?

Stellen Sie sich nur mal vor, Sie schunkeln beispielsweise beim größten kollektiven Volksrausch der Welt, dem Oktoberfest, bierselig mit Ihrem größten Kunden – jenem, der Ihr Income und damit den Fortbestand Ihrer Agentur maßgeblich sichert. Gemeinsam grölend auf den Bierbänken in den Festzelten. Ob derartiges einem am nächsten Tag nicht hochnotpeinlich sein muss? Da bleibt mehr als ein schaler Nachgeschmack. Wer in solchen Situationen die Contenance verliert, darf sich über mangelnden Respekt der Kunden nicht wundern. Das heißt ja keinesfalls, dass man nicht zusammen feiern kann – nur eben in Maßen.

CONTRA – Danijela TittjungDanijelaTittjung

Zugegeben: ein schwieriger Balanceakt. Und, ja, Siggi, wer zu kräftig ins Glas schaut und mit seinen Kunden feiert, als würde es kein Morgen geben, darf sich nicht wundern. Aber es ist genau diese Kausalität, die mir sauer aufstößt. Feiern, trinken, alle Regeln des Geschäftsalltags in den Wind schießen, Brummschädel am nächsten Tag. Geselliges Beisammensein mit Kunden ist an keine Uhrzeit und an keinen Alkoholpegel gebunden. Wenn Klienten also nach dem zweiten Bier noch einmal nachschenken wollen, gerne. Für sich können sie ja noch eine Maß bestellen, ich weiche dann gern auf Clausthaler aus. Zuprosten kann man sich auch damit prima.

Es spricht also nichts dagegen, auch abends in lockerer Runde mit dem Kunden zusammenzusitzen und auch kräftig zu feiern, nur man selbst sollte dabei als Dienstleister eines immer haben: einen klaren Kopf.

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Marcel Müller