Day 3 Web Summit 2014

Day 3 Web Summit 2014 – Glückliche und erschöpfte Gipfelstürmer

Der dritte und letzte Tag auf dem Web Summit 2014 beginnt erst einmal mit der Rezension und Finalisierung unseres Blog-Beitrags für den vergangenen Tag – schließlich wollen die Kollegen Zuhause damit so schnell wie möglich live gehen. Dazu postieren wir uns geschickt in den Eingangsbereich des Village, wo das W-LAN noch am „besten“ funktioniert.

Waren die bisherigen beiden Tage noch stark von Tatendrang und Elan gekennzeichnet, merkt man heute den Umstehenden schon mittags an, dass die Tage hier, so schnell sie vorübergehen, doch sehr anstrengend sind. Viele Besucher sitzen oder liegen auf dem Boden in quasi jeder Ecke herum, immer ein MacBook oder wenigstens Smartphone in der Hand.

Wir stellen unseren Blogpost fertig und schaffen es gerade noch, das Interview von Matt Mullenweg mitzuerleben. Wem der Name nichts sagt: Mullenweg ist der Founder von WordPress. Große Erkenntnisse sind aber nicht herauszuhören, es geht eher um die allgemeine Erfolgsstory des Unternehmens. Dennoch ist es spannend, auch hier einmal den Menschen hinter dem Open Source CMS zu sehen. Generell ist es erstaunlich, wie bodenständig und so gar nicht „business-like“ sich einige der erfolgreichsten Personen der Szene geben. Gerade solch fliegende Geister scheinen prädestiniert für innovative Ideen zu sein. Das macht Hoffnung, obwohl wir natürlich auch wissen, dass es einer gewissen Skrupellosigkeit Bedarf um als Start-Up Fuß im Business zu fassen.

Hoffnung ist es auch, die uns dann schnell wieder aus den Sitzen treibt. Wir möchten nämlich unbedingt den Vortrag von Tim O’Reilly hören, der nicht nur direkt im Anschluss, sondern auch noch fast am anderen Ende des Geländes stattfindet, auf der winzigen Library Stage. Tim O’Reilly ist wahrscheinlich nahezu jedem ein Begriff …mancher nennt ihn Webguru, andere kennen ihn als Verlagsgründer und Unternehmer. Sein Vortrag ist wieder mal typisch für ihn und unserer Meinung nach sehr wichtig und treffend für den Web Summit …

State of the Nation, discovering the Global Brain – ``As social media and the Internet of Things becomes ever more ubiquitous, Tim O' Reilly believes that we as humans have become part of the 'global brain,' an intelligent network of people and machines that serve as a nervous system for planet Earth. Tim joins us today to shed light on this theory.``

Solch einen ähnlichen Vortrag hatte man in der Vergangenheit übrigens schon einmal von ihm gehört und wir sind angenehm überrascht, dass er dieses wunderbar inspirierende Thema auch heute noch weiterführt. „Global brain“, das gemeinsame Wissen und Denken aller Menschen, ist ein tolles Thema zum Philosophieren, das durch permanent neue Technologien und Geschehnisse nie an Aktualität verliert. Was geschieht wenn die Gesamtheit aller Menschen – verbunden durch Datennetze – ein globales Bewusstsein, Gedächtnis und auch Gewissen entwickelt? Spannende Sache. Sehr metaphorisch.

Nach diesem erhellenden Vortrag geht es aber erst mal äußerst nüchtern weiter, nämlich mit leerem Magen hin zur Food Summit und der mittäglichen Essensausgabe. Wir sind recht spät dran, als wir um 14 Uhr dort ankamen und noch die letzten Mahlzeiten abgreifen. Das Essen ist aber gewohnt gut – und auch die perfekte Überleitung zu einem der fast letzten Vorträge, die wir an diesem Nachmittag auf der Center Stage erleben:

Paddy Cosgrave, Initiator der Dublin Web Summit holt unter großem Applaus und dankbarem Gejohle die für das Catering verantwortlichen Köche auf die Bühne und dankt ihnen im Namen aller Teilnehmer und Besucher für ihre unglaubliche Leistung. Dies ist – so komisch es auch klingt – bei weitem der emotionalste Moment des ganzen Summit, auch wenn oder gerade weil er so gar nichts mit dem Thema Web zu tun hat. Selbst Bono bekommt im späteren Verlauf nicht mehr Applaus als die Catering-Crew. Ansonsten entschuldigt Paddy sich vielmals für das schlechte W-LAN und verspricht für den Web Summit 2015 Besserung – auf so eine so charmante Art, dass bestimmt jeder im Raum ihm verzeiht.

Der Rest des Tages auf dem Web Summit vergeht sehr schnell. Leider schaffen wir es nicht, unserem Chef das gewünschte Autogramm von Bono zu liefern, denn wir können ihn nur aus knapp 300 Metern „Nähe“ live miterleben. Seine Sichtweise auf das Web 2.0 und Start-Ups und den philosophischen Vergleich mit der Punkkultur seiner Jugend finden wir aber sehr sympathisch, auch wenn es sich stellenweise etwas abgedroschen anhört. Abschließend machen wir noch einen letzten Rundgang durch die verschiedenen Hallen bevor wir uns zu einem letzten gemeinsamen Reflektieren der Erlebnisse in den nächsten Pub zurückziehen und bei einem Tee das Erlebte diskutieren. Der Dublin Web Summit ist eine wahnsinnig inspirierende Veranstaltung, voller Eindrücke und Möglichkeiten. Wir können jedem Start-Up und allen Kollegen empfehlen, den Web Summit mindestens einmal zu besuchen.

Nun geht es für uns wieder zurück in heimische Gefilde nach „good ol’ Germany“, von wo aus wir Ihnen in den nächsten Tagen ein abschließendes Summary zu unserem Besuch auf dem Dublin Web Summit hier in unserem Blog präsentieren werden. Vielen Dank fürs Lesen!

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Marcel Müller