Facebook in der Unternehmens-Kommunikation Teil 1

Phänomen Facebook: Immer mehr Unternehmen starten eine eigene Facebook-Seite. Erfreulich ist, dass die Vorteile und Grenzen von Facebook gesehen werden. Mit positiven Auswirkungen in zwei Bereichen: Dem Mitmach-Reflex und der Ablehnung. Beides wird immer mehr überwunden – eine gute Entwicklung. Heute geht es zunächst um dem Mitmach-Reflex:

Teil 1: Warum Unternehmen den Mitmach-Reflex überwinden

Was sich anfangs streckenweise als reiner Mitmach-Reflex zeigte, ist inzwischen pragmatischerer Ansicht gewichen. Denn das Dabeisein-Wollen stellt viele Herausforderungen: Wie soll der Facebook-Kanal für wen ich welchem Umfang genutzt werden – und noch entscheidender: Warum überhaupt?

Seien wir ehrlich: Die Frage nach der Zweckmäßigkeit einer Facebook-Präsenz muss gestellt und beantwortet werden. Facebook ist stets ein Bestandteil der Unternehmens-Kommunikation, die über Relevanz der Inhalte funktioniert. Eine Erkenntnis, die sich immer mehr durchsetzt. Facebook nutzen ist eine Aufgabe, die strategisch angegangen und konzeptionell geplant werden muss. Die Kommunikation über Facebook muss sich abgrenzen von Blogs, Homepage und Newsletter. Zwar sind thematische Überschneidungen in Ordnung, doch muss jeder Kanal für sich selbst stehen.

Derlei Voraussetzungen wurden und werden im Taumel des Mitmach-Reflexes gern übersehen oder simplifiziert. Die Folge: Unvollständige Kommunikation, schlimmstenfalls gar Verwirrung und Abschreckung der Leser.

Die Gründe der anfänglich weiten Verbreitung des Mitmach-Reflexes sind nachvollziehbar: Die Verlockung eines neuen Kommunikationskanals ist zunächst groß, man sieht die neuen Möglichkeiten – die jedoch oft auf Annahmen basieren. Gleichzeitig fehlten zu Beginn anschauliche Praxisbeispiele, die der Kommunikation eine klare Kontur gaben – daher mangelte es an Erfahrung. So kann es nicht verwundern, dass Unternehmen eine Facebook-Seite starteten, ohne dass es nötig gewesen wäre.

Inzwischen ist deutlich geworden: Facebook ist mehr als lediglich eine Präsenz, mehr als nur ein weiterer Kanal für Infos und Neuigkeiten (über die Facebook-Entwicklung werden wir in einem eigenen Beitrag näher eingehen, der auch Links zum Thema bieten wird). Die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, dass Facebook zum Unternehmen passen muss und zu den Produkten und der Dienstleistung. Durch die erhebliche Akzeptanz von Facebook ist der Adressatenkreis größer geworden. Und damit auch die klar konturierte Ansprache für die bestimmte Zielgruppe. So wurde aus dem Reflex, „dabei sein“ zu müssen, das Wissen um die Notwendigkeit einer professionellen Kommunikationsstrategie.

Ein Bewusstsein, das in der letzten Zeit immer größere Verbreitung gefunden hat.

Im nächsten Teil: Warum Unternehmen ihre Ablehnung gegen Facebook überwinden.

Marcel Müller